Ryan Babel und Edson Braafheid - der Bundesligist 1899 Hoffenheim hat sich für die Rückrunde gerüstet. Zwei Niederländer kommen in die badische Provinz, Angreifer Babel vom großen FC Liverpool, Linksverteidiger Braafheid vom deutschen Rekordmeister Bayern München. Folgt nun der Angriff auf die obere Tabellenregion - oder zerbricht das Team an der akuten Unruhe, die durch die Entlassung von Trainer Rangnick und nun auch durch die Verpflichtung zweier neuer Spieler bewusst heraufbeschworen wurde?
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Hoffenheim. Die Nachricht von der Trennung zwischen 1899 Hoffenheim und Trainer Ralf Rangnick schlug dereinst ein wie eine Bombe. Denn kaum einer hatte erwartet, dass die nach außen hin so harmonisch verlaufende Ehe zwischen dem Klub und Rangnick, dem Vater des sportlichen Erfolgs der Kraichgauer, so plötzlich zerbricht. Unwägbarkeiten und Differenzen mit dem Management, allen voran mit Mäzen Dietmar Hopp waren ausschlaggebend. Von da an war klar: Hoffenheim steht im Umbruch.
Neuer Coach, neues Glück
Marco Pezzaiuoli, der Mann, der in seinem Nachnamen alle fünf Vokale vereint, wurde zu Rangnicks Nachfolger. Der Fußballlehrer gilt als akribisch arbeitender Trainer, der auf modernste Methoden setzt und taktisch sehr gut geschult ist. Vor allem im Jugendbereich erwies sich Pezzaiuoli als Spitzenmann. Hoffenheim ist seine erste große Herausforderung, zunächst als Co-Trainer unter Rangnick, dann ersetzte er den Cheftrainer.
Doch die bisherige Bilanz spricht nicht für Pezzaiuolis Qualitäten: In zwei Bundesligaspielen holte Hoffenheim nur einen einzigen Punkt - dank eines Treffers in letzter Minute gegen Aufsteiger St. Pauli. Auch im Pokal ist man inzwischen ausgeschieden; gestern musste man sich dem Zweitligisten Energie Cottbus geschlagen geben. Noch ist Hoffenheim nicht in Fahrt. Das aber, da ist man sich im Verein sicher, soll sich bald ändern.
Neuer Schwung mit neuen Stars?
Keine Frage - die Entlassung Rangnicks sowie die Debatte um den streikenden Stürmer Demba Ba haben an der Substanz der Hoffenheimer Truppe gezehrt. Die Stimmung kippte, der einst bejubelte Provinzklub füllte täglich die Zeitungen mit Negativschlagzeilen. Das psychisch angeschlagene Team ließ so auch auf dem Platz zuletzt Bundesligareife vermissen.
Nun aber soll neuer Schwung einkehren in Hoffenheim. Denn mit Ryan Babel transferierte man einen richtig guten Spieler in die Bundesliga. Der agile Stürmer zeigte schon gegen Cottbus ansatzweise seine Qualitäten. Babel gilt als durchsetzungsstark, ist nach mehreren Jahren beim FC Liverpool überaus erfahren und kann so die Hoffenheimer Mannschaft verstärken. Sieben Millionen Euro ließ man sich den Niederländer kosten.
Für deutlich weniger Geld verpflichtete Hoffenheim nun auch Bayerns aufs Abstellgleis geratenen Linksverteidiger Edson Braafheid. Er soll in Hoffenheim Stammspieler werden und die Lücke auf der linken Abwehrseite schließen. "Edson ist ein Linksverteidiger moderner Prägung und kann uns sowohl defensiv als auch im Spiel nach vorne weiterhelfen", äußert sich Coach Pezzaiuoli positiv über den Niederländer.
Folgt nun der Angriff?
Die Erwartungshaltung an die Neuen ist riesig in Hoffenheim. Das gilt nicht nur für die transferierten Babel und Braafheid, sondern allen voran für Trainer Pezzaiuoli. Letzterer konnte seine Mannschaft bislang nicht zu Erfolgen führen. Dass man ihn angesichts der aktuellen Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten im Verein und der Mannschaft auch mit ambitionierten Neuzugängen unterstützt, ist durchaus richtig. Scheitert aber die Integration der neuen Spieler, zu denen neben Braafheid und Babel auch der Brasilianer Firmino gehört, droht Hoffenheim der Kollaps.
Allein David Alaba, der leihweise vom FC Bayern verpflichtet wurde, überzeugt. Allerdings scheint es, als könne man den Verlust des nach München abgewanderten Luiz Gustavo vorerst nicht kompensieren. Kann überdies die hier entstandene Lücke nicht nur personell, sondern auch in Bezug auf die taktische Stabilität der Mannschaft, nicht geschlossen werden, stehen 1899 Hoffenheim schwere Zeiten bevor.
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