Montag, 28. Februar 2011

Delpierre: Die Mannschaft hat mich gerettet!


Einer für alle, alle für einen. Das ist das Motto beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart - das Erfolgskonzept. In der Partie gegen Eintracht Frankfurt flog Kapitän Delpierre früh vom Platz, doch die Mannschaft bewies Moral, kämpfte sich in Unterzahl zu einem 2:0-Auswärtserfolg. Heute entschuldigt sich der Spielführer beim Team. "Ich habe der Mannschaft und mir selbst geschadet", weiß er. Das Sportgericht sperrte den Franzosen für drei Spiele.


Stuttgart. Schon nach einer Viertelstunde der Knock-out: Rot für Delpierre, der VfB in Unterzahl. Es hätte der Nackenschlag sein können in einem Bundesligaspiel, in der der Gegner aus Frankfurt die Schwaben phasenweise richtig dominierte, permament unter Druck setzte. Doch sie hielten dagegen, tapfer, bis zur letzten Minute. Und wurden belohnt. Mit drei Punkten und einem Riesenkompliment des Unglücksraben. Mathieu Delpierre sagt Danke.

"Die Jungs haben alles gegeben"

Er muss es verarbeiten, der Kapitän, der sich trotz all seiner Erfahrung am Sonntag zu einem echten Lapsus hinreißen ließ. Gegenspieler Maik Franz war Delpierre auf den Fuß getreten. Der Franzose fühlte sich provoziert, reagierte heftig - und riss den Gegenspieler zu Boden. Ein kapitaler Fehler - der dank einer klasse Mannschaftsleistung im Eintracht-Spiel ohne Folgen blieb. Heute weiß Delpierre: Er hat "falsch reagiert".

So geht sein Dank an die Mannschaft, die "eine tolle Moral gezeigt" hat. "In der Pause kamen viele Spieler auf mich zu und haben mich aufgebaut und gesagt, dass sie das Spiel für mich gewinnen wollen", erzählt Delpierre. "Das bedeutet mir sehr viel und zeigt, wie viel Herz in der Truppe steckt." Alle für einen. Das Team hat es beherzigt und eine Trotzreaktion auf die Hinausstellung des Kapitäns gezeigt. "Sie haben mich gerettet", weiß Delpierre.

Drei Spiele Sperre für den Franzosen

Zurückzahlen kann er seinen Dank auf dem Platz aber erst nach Ablauf seiner Sperre. Das Sportgericht zog den Franzosen für drei Spiele aus dem Verkehr. Gegen Schalke, St. Pauli und den VfL Wolfsburg müssen andere die Lücke füllen. Doch schon gegen Frankfurt machte Khalid Boulahrouz als zweiter Innenverteidiger neben Tasci einen soliden Job.


Keine Frage, Delpierres Sperre erschwert die ohnehin dank der Verletzungen schon akuten Personalprobleme. Dabei sind die nächsten Wochen die Wochen der Wahrheit im Abstiegskampf für den VfB Stuttgart, denn die Duelle gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt stehen an. Die Zielsetzung ist schon für das nächste Wochenende klar, wie Sportdirektor Bobic betont: "Gegen Schalke am kommenden Wochenende ist es an der Zeit, dass wir einen Sieg auch mal vergolden und einen zweiten Sieg folgen lassen."

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