Lissabon. Das Verletzungspech hatte Stuttgart erwischt: Ohne die im Mittelfeld gesetzten Gebhardt, Gentner und Boka trat man die Reise nach Portugal an, auch Stürmer Pavel Pogrebnyak musste nach einem Rippenbruch passen. So war es eine ersatzgeschwächte VfB-Elf, die Benfica Lissabon gegenüberstand - mit einer entscheidenden Personaländerung: Der Japaner Shinji Okazaki bestritt seine erste Partie für den Bundesligisten, stand in der Startelf. Und überzeugte in der ersten Halbzeit mit schnellem, technisch feinem Spiel. Der dynamische Asiate gehörte klar zu den Aktivposten der VfB-Elf.
Harnik schießt den VfB ins Glück
Die entscheidende Aktion dann in der 21. Minute: Tamas Hajnal hebt den Ball aus dem Halbfeld in den gegnerischen Strafraum, wo Martin Harnik die Chance wittert. Der Österreicher lupft den Ball gekonnt über den herauseilenden Benfica-Keeper Roberto - 1:0 für den VfB! Und plötzlich war es ganz still im Da Luz, dem Fußballtempel in Lissabon. Harnik mit dem Paukenschlag, mit dem die wenigsten gerechnet hatten. Die Führung allerdings war zu diesem Zeitpunkt wirklich verdient, der VfB hatte einfach mehr in die Partie investiert.
Der Benfica-Zug rollt an
Doch mit 14 Siegen aus den vergangenen 15 Ligaspielen im Rücken steigerte sich Benfica erheblich. Kurz vor Pausenpfiff eine knifflige Szene: Zuerst sieht es so aus, als habe der herauslaufende Keeper Ulreich den Portugiesen zu Fall gebracht, doch der Torrichter greift ein - kein Strafstoß! Denn Coentrao hatte sich, das beweisen die TV-Bilder, schon vor dem Kontakt mit Ulreich fallen lassen; Gelb wegen Schwalbe für den flinken Außenbahnspieler.
Mit einer 1:0-Führung rettete sich der VfB in die Pause, Benfica dominierte fortan die Partie. Die Portugiesen spielten Fußball, Stuttgart verteidigte. So fiel in der 70. Spielminute folgerichtig das 1:1 durch Cardozo, Jara besorgte mit einem Kunstschuss (81.), den Siegtreffer. Mit hervorragenden Paraden und einer beeindruckenden Souveränität im Spiel verhinderte VfB-Torwart Ulreich im zweiten Durchgang eine höhere Niederlage. Den Stuttgartern reicht im Rückspiel nun ein 1:0-Sieg, um die nächste Runde zu erreichen.
Neuer Mut für den VfB
Entscheidend aber im Verlauf der Partie war, mit welchem Selbstvertrauen und welcher beeindruckenden Stärke der VfB Stuttgart phasenweise agierte: Die Abwehrkette mit dem frisch installierten Boulahrouz auf der rechten Seite strahlte endlich wieder die lange ersehnte Stabilität aus, die Spieler nahmen die Zweikämpfe an und stemmten sich mit aller Gewalt gegen die schnellen Spielzüge des Gegners. In der Offensive blieb allein Cacau sehr blass, Harnik und Okazaki brachten in der ersten Halbzeit viel Dynamik ins Spiel. Mit diesem Mut und diesem Schwung sollte die Mannschaft auch die kommenden Aufgaben in der Bundesliga angehen.
1 Kommentar:
Dank Ullreich hat der VfB nicht höher verloren! Schade, dass der VfB nicht richtig für seinen guten Einsatz in der 1. Halbzeit belohnt wurde! Aber besser 2:1 verloren, als 2:0!
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