Leverkusen. Der teils beeindruckende Auftritt in der Europa League liegt nunmehr schon drei Tage zurück. Gegen das favorisierte Benfica Lissabon machte der VfB Stuttgart ein ordentliches Spiel, überzeugte durch recht stabile Abwehrarbeit, in der Offensive bewies man in der ersten Halbzeit lange herbeigesehnte Durchschlagskraft und Keeper Ulreich machte ein Riesen-Spiel.
Seit Donnerstag befindet sich das Team in der Regenerationsphase: "Fahrrad fahren, Massagen, Saunagänge oder Warmwasserbecken", das war das Programm der Schwaben. Heute steht die Feuerprobe an, gegen einen Gegner, der nach Meinung von Bruno Labbadia "über einen der stärksten Kader der gesamten Liga" verfügt - Bayer Leverkusen. Und Labbadia muss es wissen, hatte er die Werkself doch vor nicht allzu langer Zeit selbst trainiert. Mit mäßigem Erfolg.
Verletzungssorgen weichen der Abstiegsangst
Wenngleich sich das Stuttgarter Lazarett seit Donnerstag einmal mehr gefüllt hat - Tamas Hajnals Einsatz ist wegen einer Kapselverletzung am Sprunggelenk fraglich - weiß der VfB Stuttgart um die Wichtigkeit eines Erfolgs in Leverkusen. Andernfalls droht man den Anschluss ans rettende Ufer in der Tabelle zu verpassen. "Auch in Leverkusen", betont Labbadia und verweist auf die starke erste Halbzeit gegen Benfica, habe man "eine Chance".
Im Mittelfeld müssen die Schwaben gegen Leverkusen stark ersatzgeschwächt aufspielen: Artur Boka, Christian Gentner, Johan Audel, Timo Gebhart, Mamadou Bah - die Liste der Verletzten ist lang. Und sollte Hajnal wie vermutet, ebenfalls nicht bis zum Anpfiff fit sein, dann schmilzt die sowieso schon dünne Personaldecke weiter. Eine kleine Personalumstellung in der Abwehr könnte es geben, wo Boulahrouz gegen Lissabon auf der rechten Abwehrseite einen soliden Eindruck hinterlassen hat. Im Sturm muss sich Cacau steigern, da der zuletzt starke Pogrebnyak wegen eines Rippenbruchs ausfällt.
Hoffnungen ruhen auf Okazaki
Berechtigte Hoffnungen weckt hingegen Neuzugang Shinji Okazaki, der gegen Benfica Lissabon sein Debüt für die Stuttgarter gab. "Man hat gesehen, warum wir ihn geholt haben. Er war torgefährlich, hat nach hinten aggressiv mitgearbeitet und sich gleich gut eingefügt", adelte Trainer Labbadia den Japaner. In der Tat war der Offensivspieler einer der Aktivposten im zuvor oftmals behäbigen VfB-Spiel, ging mit Feuer und Dynamik in die Zweikämpfe. Technisch stark setzte er sich im gegnerischen Strafraum gleich gegen drei Gegenspieler durch, schaffte gar noch den Torabschluss - Szenen, die man auch im Leverkusen-Spiel von ihm erwartet.
Für die Partie in Leverkusen, beim Tabellenzweiten, fordert der Coach aber vor allem die Mannschaft. Man müsse, so Labbadia, "noch enger zusammenrücken und noch geschlossener auftreten". Mit einem Auswärtssieg in Leverkusen könnte der VfB den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze auf nur einen Zähler verkürzen. Dabei kommen den Stuttgartern die Niederlagen der direkten Konkurrenten aus Kaiserslautern, Wolfsburg und Bremen entgegen.

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