Mittwoch, 16. Februar 2011

VfB-Orakel: Die Hoffnung stirbt zuletzt - und die Statistik lügt nicht

Das leidenschaftslose Spiel, das kampflose Resignieren, das kraftlose Auftreten der Stuttgarter Mannschaft bei der Heimniederlage gegen Nürnberg vom vergangenen Wochenende war ein deutliches Signal - mit einer solchen Leistung lässt sich der drohende Abstieg ins Unterhaus nicht abwenden. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt; denn wer die Statistik bemüht, der darf wieder zuversichtlicher sein, was den Verbleib in der Bundesliga angeht.



Stuttgart. Ist der Tiefpunkt nun endlich erreicht - oder kommt es noch doller? Derzeit hat der VfB-Fan viel Leidensfähigkeit aufzubringen, um sich die Spiele der Mannschaft anzusehen. Und eine noch größere Portion Optimismus, um tatsächlich noch an den Verbleib in der Bundesliga zu glauben. Doch die Hoffnung ist noch nicht begraben "Wir müssen den Kopf hochnehmen und uns auf die bevorstehenden Aufgaben konzentrieren", fordert Kapitän Mathieu Delpierre. Manager Bobic appelliert an den Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans. Nur gemeinsam, so sein Credo, könne man das Saisonziel erreichen. Alles für den Klassenerhalt.

Benfica als Mutmacher?

Noch vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Leverkusen am Wochenende steht für den VfB eine ebenso richtungsweisende wie psychologisch wertvolle Aufgabe an: das Europa-League-Duell mit Benfica Lissabon. Ohne den vom Trainingsbetrieb freigestellten Ciprian Marica, dem nach unpassenden Aussagen gegenüber rumänischer Zeitungen eine Denkpause erteilt wurde, startete der VfB-Tross heute Morgen in die portugiesische Hauptstadt.


Der Mannschaft mangelt es an Selbstvertrauen, an spielerischer Leichtigkeit, da kommt Benfica gerade recht, um die richtige Reaktion auf internationalem Terrain zu zeigen - und das gegen einen durchaus ambitionierten Gegner! Die Portugiesen, die auf international erprobte Spieler wie Kapitän Luisao oder den einst von Bayern umworbenen Außenbahnspieler Coentrao setzen können, werden dem VfB alles abverlangen. War Nürnberg nicht der Tiefpunkt, so könnte es den VfB auf der iberischen Halbinsel noch ärger erwischen. Andernfalls, also bei einem unerwarteten Stuttgarter Erfolgserlebnis, hätte das Team vor der Leverkusen-Aufgabe nochmals neuen Mut gefasst. Das Kartenhaus des VfB, es wankt. Doch zusammengefallen ist es noch nicht. Auch wenn Lissabon einer der letzten Strohhalme ist, an die man sich noch klammern kann, um Selbstvertrauen zu tanken.

Die Statistik lügt nicht

Allem Unmut zum Trotz kann man sich auf eine hoffnungsvolle Statistik stützen: In der laufenden Rückrunde holte die Elf von Bruno Labbadia im Schnitt 1,4 Punkte pro Spiel. So würde man in der Summe am Saisonende auf einen Punktestand von 36 Zählern kommen -  das reichte in den letzten drei Spielzeiten für den Verbleib im Oberhaus! Allerdings wird es schwierig genug, da sind sich die Experten einig, den positiven Trend aus den Partien gegen Mainz, Dortmund und Mönchengladbach nach dem Debakel gegen Nürnberg fortzusetzen.

Das VfB-Orakel sagt:

"Die Wichtigkeit der Europa-League-Partie in Lissabon ist wettbewerbsübergreifend enorm. Der Mannschaft mangelt es vor allem am nötigen Selbstvertrauen, um anspruchsvolle Aufgaben wie am kommenden Wochenende in Leverkusen zu meistern. Die Niederlage gegen Nürnberg darf jedoch nicht der Genickbruch sein, nachdem nur eines der vier Ligaspiele zuvor verloren ging."

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