Sonntag, 13. März 2011

Joker Schipplock sichert den dritten Sieg in Serie

Noch vor 3 Wochen waren der VfB Stuttgart und seine Fans im Tal der Tränen angekommen, nach den heutigen Sieg verbringt der Verein erstmals seit langer Zeit mindestens eine Woche nicht auf einem Abstiegsplatz. Der 16-er war Zeuge einer spannenden Partie und auch das VfB-Orakel kann mit voller Überzeugung sagen: Daumen hoch!


Hamburg. Allen Beteiligten war vor dem Anpfiff bereits klar, dass es heute um nichts anderes als den puren Überlebenskampf gehen würde. Am berühmt berüchtigten Millerntor wussten nicht erst nach der traditionellen Einlaufmusik Hells Bells alle, dass die Stunde für den Abstiegskampf geschlagen hat. Bruno Labbadia vertraute wieder auf seine zuletzt stark aufspielende offensive Dreierkette mit Harnik, Okazaki und Hajnal, die die einzige Spitze Pogrebnyak mit Zuspielen füttern sollten. Für den zuletzt stark Form verbesserten Gebhardt war deshalb wieder kein Platz in der Startformation.

In der ersten Halbzeit durften die 24 000 Zuschauer engagierte Paulianer beobachten, die auf ein frühes 1:0 drängten. Kein Wunder, verlor der Gastgeber doch seit dem Sieg im Derby beim HSV alle Spiele, zuletzt in Dortmund. Das 1:0 war das verdiente Resultat einer schwungvollen Anfangsphase. Nach einem Pass von Fin Bartels kommt Fabian Boll im Strafraum viel zu unbedrängt an den Ball und netzte in der 19. Minute zur Führung ein.

Der VfB aus der Hinrunde wäre nun wahrscheinlich eingebrochen, doch nicht der von Labbadia mit viel Selbstvertrauren bepackte VfB der Rückrunde. Selten trifft die Floskel "über den Kampf ins Spiel kommen" so zu wie in diesem Spiel. Die Schwaben starteten direkt nach dem Rückstand wütende Gegenangriffe, und so traf Kuzmanovi aus 25 Metern nach einem Freistoß durch Hajnal ein wenig glücklich zum mittlerweile verdienten 1:1 Ausgleich. Defensive Schwächen bei den Stuttgartern wurden durch diesen Treffer verdeckt.

Konditionelle Vorteile werden deutlich

Beide Trainer ließen ihre Mannschaften zum Anfang der zweiten Halbzeit unverändert auflaufen, was aufgrund der ausgeglichenen Leistungen in Halbzeit eins durchaus verständlich war. Ein spannender zweiter Abschnitt war geprägt von Kampf, obgleich auf beiden Seiten die längst verloren geglaubte spielerische Klasse beider Seiten immer wieder deutlich wurde. Die Ansprache von Labbadia scheint gefruchtet zu haben, die VfB-Abwehr präsentierte sich nun deutlich stabiler.

Was diesem wahren Thriller noch fehlte, waren die weiteren Tore, Chancen genug waren auf beiden Seiten vorhanden. Auf Stuttgarter Seite vor allem auch dank Timo Gebhardt, der in der 63. Minute erneut als Stürmer eingewechselt wurde und für große Unruhe in der Pauli-Defensive sorgte. Dann folgte die Spielentscheidende Szene - von Trainer Labbadia. In der 83. Minute schickte er den jungen Schipplock, der bis dato noch kein Bundesliga-Tor erzielt hat, für Okazaki auf den Platz.

Schipplock sorgt für die Entscheidung

Wie es das Schicksal so will, traf ausgerechnet Sven Schipplock, der erst unter Bruno Labbadia regelmäßig zum Einsatz gekommen ist, zum entscheidenden 2:1 für den VfB. Einen Fehler von Abwehrspieler Thorandt nutzt der junge Schipplock aus wie ein alter Hase und schießt den Ball unten links ins Eck und stürzt damit nun die St. Pauli - Anhänger ins Tal der Tränen. Eine bitter Niederlage für die Hamburger, waren sie doch über weite Strecken mindestens ebenbürtig. Doch selbst Franz Beckenbauer äußerte sich hinterher gegenüber dem Sender Sky: " Der Sieg war verdient."

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