Stuttgart. Initialzündungen hatte man in dieser Spielzeit beim VfB Stuttgart schon reichlich vermutet. Doch nach vielversprechenden Erfolgen, nach fulminanten Auftritten - wie dem 7:0-Sieg gegen Mönchengladbach aus der Hinrunde, wie der 6:0-Schlacht gegen Werder Bremen - kehrte bald Ernüchterung ins Schwabenland zurück. Konstanz? Fehlanzeige. Die Kurve zeigte weiter nur nach unten.
Letzte Woche dann der glückliche Auswärtserfolg bei Eintracht Frankfurt, als der VfB in Unterzahl mit einer glänzenden moralischen Leistung und dem Glück des Tüchtigen drei Punkte einfuhr. Heute der Zittersieg gegen Schalke 04, bei dem man wiederum von der Unterzahl des Gegners nach Höwedes' Platzverweis profitierte. Es ist das erste Mal in dieser Saison, dass der VfB zwei Bundesligaspiele in Folge für sich entscheidet. Endlich Erfolg. Höchste Zeit.
Höwedes' Fehler sorgt für VfB-Führung
Die Vorzeichen vor dem Schalke-Spiel waren eindeutig: Die Arena ausverkauft, die Ansprüche auf einen Sieg von Seiten der sportlichen Leitung mehrmals unterstrichen - die Chance genutzt. Es sollte sein. Gleich zu Beginn überließen die Gäste den Stuttgartern das Spiel, die bemüht waren, ein geordnetes Kombinationsspiel aufzuziehen. Ballverluste und Zweikämpfe prägten die Partie, zur ersten Möglichkeit kam der FC Schalke nach einem Freistoß. Matip kommt im Strafraum an den Ball, vergibt jedoch.
Aufruhr dann in der 14. Minute: Höwedes kommt im Zweikampf mit Pogrebnyak im eigenen Strafraum zu Fall, das Tackling des Russen bleibt ungeahndet. Hajnal zieht währenddessen aus 15 Metern aufs Schalker Tor, Höwedes blockt den Schuss - wohl mit der Hand! Schiedsrichter Dr. Felix Brych schickt den Verteidiger mit Rot vom Feld. Den fälligen Elfmeter verwandelt Kuzmanovic mit Präzision, locht den Ball unten links ein. 1:0 für den VfB Stuttgart, der fortan in Überzahl agierte.
Stuttgart mit knapper Führung, Schalke mit Moral
Die Schwaben verpassten es in der Folge, die knappe und glückliche Führung auszubauen, erspielten sich keine zwingenden Möglichkeiten im ersten Durchgang. Trotz Unterzahl tauchten auch die Schalker immer wieder vor dem Tor der Hausherren auf. Doch Rauls Kopfball verfehlt das Ziel kurz vor Pausenpfiff.
Schalke ging mit drei Neuen in die zweite Halbzeit: Papadopoulos, Hao und Edu kamen ins Spiel. Der VfB agierte weiter mit mehr Ballbesitz. Strittige Szenen gab es zuhauf: zuerst ein vermeintliches Foul an Okazaki - ein Pfiff hätte einen weiteren Strafstoß zur Folge gehabt. Später versucht Gentner, die Schalker Abwehr mit einem Schuss zu überwinden. Manuel Neuer im Schalker Tor patzt, lässt den Ball durch die Hände gleiten, pariert erst auf der Linie. Referee Brych erkannte nicht auf Tor, weiter ging's.
Die Schlussphase wurde für die Schwaben zur Bewährungsprobe. Die Stuttgarter wurden von Minute zu Minute nervöser, die Führung war gefährdet. Weder Raul noch Edu konnten den erneut starken VfB-Keeper Sven Ulreich überwinden, sodass sich die Königsblauen in Stuttgart mit einer knappen Niederlage abfinden mussten. Trost könnten die Schalker unter der Woche in der Champions League ernten. Dann wartet der FC Valencia.
Die Wochen der Wahrheit
Zumindest bis Morgen bleibt der VfB Stuttgart auf einem Nichtabstiegsplatz. Gelingt Werder Bremen morgen in Freiburg jedoch ein Punktgewinn, ziehen die Werderaner wieder am VfB vorbei. In den kommenden Wochen sind die Stuttgarter gut beraten, den momentanen Trend beizubehalten. Die nächsten Gegner, St. Pauli, Wolfsburg, Bremen und Kaiserslautern, sind direkte Konkurrenten im Abstiegskampf.

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