Donnerstag, 24. März 2011

Nationalmannschaft als Aufbauhilfe

Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Samstag gegen Kasachstan auf dem Spielfeld auf die Nationalhymne wartet, dann werden die Zuschauer für wenige Sekunden in die Augen der Spieler blicken können. Manche Gesichter sind schon lange dabei, manche bestreiten ihre ersten Länderspiele. Was viele eint, ist die Formkrise in der Bundesliga.

Kaiserslautern. Am Samstag ist es wieder soweit, die EM - Qualifikation steht an. Das Spiel gegen Kasachstan ist für die deutsche Mannschaft eigentlich nicht mehr als eine Pflichtaufgabe, und dennoch müssen einige Spieler jetzt den Schalter umlegen und wieder bessere Leistungen bringen. Denn in der Liga läuft es für viele Nationalspieler nicht wirklich rund. Einige spielen gar nicht, andere stecken mit ihrem Verein in einer Krise. Deshalb wurde so manch gestandener Nationalspieler erst gar nicht für die beiden Spiele gegen Kasachstan und Australien nominiert.

Auf die Torhüter ist Verlass

Die wenigsten Probleme hat Bundestrainer Joachim Löw dabei auf der Torhüterposition. Zwar musste Rene Adler seine Teilnahme kurzfristig absagen, mit Manuel Neuer und Tim Wiese stehem dem Bundestrainer dennoch zwei der Torhüter zur Verfügung, auf die er seit Jahren vertraut. In der Abwehr sieht die Situation schon deutlich schlechter aus. Bei zahlreichen Spielern war hier die Saison von Verletzungen oder Formkrisen geprägt. Lediglich bei Marcel Schmelzer, Mats Hummels (beide Dortmund) und Jerome Boateng (Manchester City) verlief die Saison zufriedenstellend.

Abwehrspieler außer Form

Als Paradebeispiel für alle außer Form spielenden Verteidiger ist Per Mertesacker zu nennen. Der Abwehrspieler von Werder Bremen kommt in dieser Saison überhaupt nicht in Fahrt, negativer Höhepunkt vor ein paar Wochen im Derby beim Hamburger SV, als er an mehreren Gegentoren mitschuldig war. In der Nationalmannschaft ist der Innenverteidiger seit Jahren gesetzt, allerdings mehren sich die Stimmen, die Mats Hummels schon in naher Zukunft gerne als Abwehrchef sehen würden.

Das Herzstück der deutschen Nationalmannschaft ist spätestens seit der WM in Südafrika das Mittelfeld. Hier gibt es auch kaum Probleme mit Formkrisen der Spieler, das Problem liegt hier in der Fülle der Alternativen. Joachim Löw hat reichlich Möglichkeiten, rücken doch immer mehr junge Spieler in der Bundesliga nach. Deshalb kann es sich der Bundestrainer auch erlauben Michael Ballack zum wiederholten Male nicht zu nominieren. Auch auf Kevin Großkreutz kann Löw verzichten, hat er doch unter anderem einen zuletzt stark aufspielenden Lukas Podolski in seinen Reihen.

Klose oder Gomez im Sturm?

Nominell hat Joachim Löw nur zwei echte Stürmer in seinem Kader. Da wäre zum einen Mario Gomez. 19 Tore in der Liga und die Führung unter den Torjägern in der Bundesliga sprechen sicherlich für sich. Allerdings verzichtete Joachim Löw zuletzt meistens auf Gomez in der Startelf und setzte auf Routinier Klose. Miroslav Klose, der am Samstag in Kaiserslautern, wo sein steiler Karriereaufstieg begann, bereits sein 107. Spiel für die Nationalmannschaft bestreiten wird, gilt bei Joachim Löw als einzige Spitze gesetzt, auch wenn auch bei ihm die Saison nicht zufriedenstellend verläuft bislang. Von van Gaal meist nur als Joker eingewechselt, freut sich Klose nun auf einen neuen Trainer im kommenden Jahr, bei dem er auf eine neue Chance hofft.

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