Hamburg. "Wir wissen um was es geht", bekräftigt VfB-Sportdirektor Fredi Bobic einmal mehr. Es geht beim VfB Stuttgart um alles oder nichts. Nachdem nun in der Liga der erste Doppelschlag in Folge gelang, ist Zuversicht einkehrt beim totgesagten schwäbischn Fußballklub.
Sowohl gegen Eintracht Frankfurt als auch letzte Woche gegen den FC Schalke 04 zeigte die von zahlreichen Verletzungen beeinträchtige Truppe von Coach Bruno Labbadia eine kämpferisch wie spielerisch ansprechende Leistung. Moralisch scheinen die Spieler sich der prekären Tabellensituation bewusst geworden zu sein. Im Aufeinandertreffen mit dem FC St. Pauli, einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, können weitere wichtige Punkte gesammelt werden, um die Saison noch zufriedenstellend abzuschließen - und um das Schreckgespenst des Abstiegs endgültig zu verscheuchen.
Boulahrouz verletzt - Celozzi vor Comeback
Sorgen muss sich Trainer Bruno Labbadia um Khalid Boulahrouz. Der Niederländer, der schon gegen Schalke angeschlagen das Feld frühzeitig verlassen hatte müssen, laboriert an Adduktorenproblemen. Für ihn könnte Stefano Celozzi von Beginn an auflaufen. Sein letztes Ligaspiel bestritt der 22-Jährige am 21. November 2010, musste danach mit einem Muskelfaserriss passen. "Stefano hat sich in den letzten Wochen wieder herangearbeitet, auch körperlich", betont Labbadia. Da Aushilfsrechtsverteidiger Christian Träsch " im Zentrum unheimlich wichtig für unser Spiel" ist, kann Celozzi sogar auf einen Einsatz von Beginn an hoffen.
Neben Boulahrouz, in den letzten Wochen stabilster VfB-Verteidiger, wird auch Cacau beim FC St. Pauli nicht zur Verfügung stehen. Der Ausfall des formschwachen Angreifers hat aber personell nach Pogrebnyaks Genesung keine Konsequenzen.
St. Pauli im Tief
Gute Chancen, in Hamburg einen Sieg einzufahren, gesteht Labbadia seiner Truppe für Sonntag ein: "Wir wissen natürlich, dass St. Pauli in den letzten Wochen nicht ganz so gut gespielt hat", analysiert Labbadia. In der Tat: Der Kiez-Klub blickt auf eine Serie von drei Niederlagen in Folge zurück. Eine Pleite am Sonntag würde wohl das Abrutschen auf einen Abstiegsrang bedeuten.
Hinzu kommt, dass den Hamburgern mit Zambrano, Oczipka und Rothenbach gleich drei etatmäßige Verteidiger fehlen. Zudem ist Mittelfeldmotor Matthias Lehmann nach seiner fünften gelben Karte gesperrt. "Stuttgart wird eine sehr intensive Partie", sieht sich St.Pauli-Coach Stanislawski gewappnet. Bei "einem Heimspiel unter Flutlicht", so der Fußballlehrer, wolle man "die Unterstützung unserer Anhänger nutzen". Anpfiff ist am Sonntag um 17.30 Uhr. Dann steigt der Kellergipfel.
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