Montag, 21. März 2011

VfB-Orakel: Drei Dreier und ein gefühlter Sieg

Georg Niedermeier war dann doch der Held des Tages - neben dem mal wieder überragenden Keeper Sven Ulreich. Hatte der 25-jährige Niedermeier erst Grafites Führungstor mitverschuldet, erzielte er in der Schlussminute dann den alles entscheidenden Ausgleichstreffer. Gegen Wolfsburg gelang den Schwaben gestern zwar nur ein Punkt - doch der ist "Gold wert" im Tabellenkeller, wie auch VfB-Coach Bruno Labbadia bestätigte. Der VfB bleibt also im vierten Spiel in Folge ungeschlagen und setzte seinen Aufwärtstrend fort - noch aber bleibt die Angst.


Stuttgart. Wo soll man nur ansetzen in Sachen Kritik? So einiges imponierte neutralen Beobachtern am Spiel der VfB-Elf gegen Wolfsburg so gar nicht: Auf der rechten Abwehrseite zeigte sich Stefano Celozzi oftmals überfordert, brachte in der Offensive keinen Schwung in die Partie. Das Innenverteidiger-Duo Niedermeier und Tasci machte zwar über weite Strecken einen soliden Job, patzte aber in entscheidenden Szenen - wie bei Grafites Treffer zum 1:0. Hinzu kommt der blasse Pavel Pogrebnyak, an dem das Spiel gestern ganz vorbeiging. Und dennoch reichte es zum Punktgewinn gegen die Wölfe.

Drei Dreier und ein gefühlter Sieg - das ist die Bilanz der Stuttgarter aus den letzten vier Bundesligapartien. "Wir haben zehn von zwölf möglichen Punkten in den letzten vier Spielen geholt", fasst Trainer Bruno Labbadia die Erfolge der letzten Spiele zusammen. Doch im brutalen Abstiegskampf, so der Coach, bleibe es für das Team trotzdem schwierig. Allein der Blick auf die Tabelle verrät, wie schlecht es nach wie vor um die Stuttgarter steht: Mit nur einem Zähler Abstand auf den Relegationsplatz rangiert das Team auf Position 15.

Positiver Trend speist Optimismus

Doch der positive Trend, der aus den letzten Spielen abzulesen ist, sorgt für optimistische Stimmung im Schwabenland - auch wenn beim 1:1 gegen Wolfsburg einige Anhänger schon zehn Minuten vor Spielende die Arena verließen. Die Befürchtungen dieser Fans aber trafen nicht ein - dank Niedermeiers rettendem Treffer. Der wird auch für die kommenden Partien noch von wichtiger Bedeutung sein, da er dem VfB nicht nur einen Punkt rettete, sondern auch "sehr wichtig für die Moral der Mannschaft" war, so der Torschütze selbst.

Der Punktgewinn gegen Wolfsburg ist ein gefühlter Sieg und führt dazu, dass die Schwaben weiter auf einer Welle des Erfolgs schweben. Motivation, Konzentration, Einsatzbereitschaft und Leidenschaft - all diese Faktoren, die das Spiel der Mannschaft in den Spielen zuvor ausgezeichnet hat, dürfte man dank des dramatischen Remis gegen Wolfsburg so auch in die kommenden Spiele mitnehmen. Nach der Länderspielpause stehen zwei weitere eminent wichtige Spiele an - Werder Bremen und Kaiserslautern sind beides direkte Konkurrenten im Abstiegskampf.

Prekäre Personallage

Hoch anrechnen muss man ihre Leistungen vor allem den VfB-Profis, die gestern trotz Verletzung aufliefen: Serdar Tasci, der an einer Zerrung im Bauchmuskelansatz leidet, ließ sich vor dem Spiel fitspritzen und spielte eine Halbzeit komplett durch. Für ihn kam Boulahrouz - mit entzündeten Adduktoren! Größter Wermutstropfen gestern war die Verletzung Zdravko Kuzmanovic, der nach einer Verletzung noch einmal aufs Spielfeld zurückkehrte - doch es ging nicht weiter für den Serben, der mit schmerzverzerrtem Gesicht das Feld verlassen musste. Glück im Unglück für die Stuttgarter, dass sich der zuletzt starke Mittelfeldspieler "nur" eine Innenbanddehnung zugezogen hat und für die Partie in Bremen schon wieder zur Verfügung stehen könnte. Die kommenden zwei Wochen, so Niedermeier, wolle man auch zum "Durchschnaufen" nutzen - um dannn "in Bremen wieder Vollgas zu geben."

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