In der Bundesliga galt Trainer Bruno Labbadia nach Stationen in Leverkusen und Hamburg als gescheitert. Beim VfB Stuttgart ruhen nun sämtliche Hoffnungen auf ihm. Denn es wächst der Glaube, dass Labbadia die abstiegsbedrohten Schwaben zum Klassenerhalt führen kann. Heute dann steht das Hass-Duell gegen Labbadias Ex-Klub, den Hamburger SV, an. Zeit für ein Rückblick.
Stuttgart. Am Samstag dann ist es soweit: Bruno Labbadia trifft mit dem VfB Stuttgart auf seinen Ex-Klub, den Hamburger SV. Vom Hass-Duell in der Bundesliga ist die Rede. Die Begegnung Labbadias mit den Hanseaten hat es in sich! Denn es ist fast auf den Tag genau ein Jahr her, dass Labbadia in Hamburg entlassen wurde. Nun das Wiedersehen.
Talfahrt in Leverkusen und Hamburg
Sowohl in Leverkusen als auch in Hamburg hatte die Verpflichtung Labbadias als neuen Cheftrainer viele Hoffnungen geweckt: ein frischer, dynamischer Trainer, der offensiv spielen lässt – endlich! Die Klubs frohlockten, doch die Freude über Labbadias Arbeit währte nicht lange. In Leverkusen startete der gebürtige Darmstädter zwar fulminant, führte die Werkself in der Hinrunde bis an die Tabellenspitze, doch dann folgte der Absturz. Platz neun am Saisonende war ein ernüchterndes Ergebnis. Labbadia war gescheitert, hatte es verpasst, die kurzweilig vom Erfolg geblendete Truppe rechtzeitig wachzurütteln. Ein Jahr später als Coach des Hamburger SV das gleiche Bild: Labbadia begann überragend, vier Spieltage in Folge sonnten sich die Hanseaten gar auf Rang eins und überwinterten auf einem starken vierten Platz. Doch dann ging es bergab. Bei Platz sieben angekommen, stellten die Hamburger Verantwortlichen Labbadias Koffer vor die Tür.
Beim VfB endlich Konstanz?
Seine dritte Chance in der Bundesliga erhielt Labbadia schließlich diesen Winter. Der im Abstiegssumpf steckende VfB Stuttgart rief den heute 45-Jährigen um Hilfe. Eine riskante Liaison, hatte Labbadia doch – wie auch die Schwaben – als Trainer noch keine Erfahrungen im Abstiegskampf gesammelt. Nun war Krisenmanagement gefragt, der Motivator Labbadia sollte die schwächelnden Schwaben zum Klassenerhalt führen. Und Labbadia wirkte tatsächlich Wunder, von der ersten Minute an. Das zerrissene Band zwischen Fans und Mannschaft stellte er im Nu wieder her, forderte den Anhang zu bedingungsloser Unterstützung auf. Worte, die Wirkung zeigten. Auch das in der Hinserie desolate Team stabilisierte er, ließ hart trainieren, redete seine Truppe auch nach Rückschlägen wieder stark und erbat sich von den Spielern Durchhaltevermögen. Ein Akt der Wiederbelebung – und genau daran war Labbadia noch in Leverkusen und Hamburg gescheitert. Auch VfB-Verteidiger Boulahrouz sieht nun „Konstanz und Kontinuität“. Ganz klar ein Verdienst von Bruno Labbadia.
Endlich Erfolg? Beim VfB Stuttgart kann sich Labbadia unsterblich machen.
Kapitel HSV ist „abgeschlossen“
In Stuttgart ist Bruno Labbadia inzwischen der Hoffnungsträger im Abstiegskampf. Und gelingt am Saisonende tatsächlich der Erhalt der Erstklassigkeit, dann wird sich Labbadia durchaus zurecht in heroischer Manier feiern lassen dürfen. Doch zuvor steht das Duell mit dem Ex-Klub an. Der Hamburger SV ist in Stuttgart zu Gast, ein besonderes Spiel für Bruno Labbadia, könnte man meinen. Der 45-Jährige aber betont: „Wenn ich etwas abgeschlossen habe, dann ist es abgeschlossen.“ Auf Hamburger Gegenwehr kann er sich jedoch am Samstag gefasst machen: Torwart Frank Rost, den Labbadia dereinst hatte demontieren wollen, steht dann nämlich zwischen den Pfosten beim HSV. Es brodelt vor dem Duell in der Mercedes-Benz-Arena. Und man darf gespannt sein, ob Bruno Labbadia dem Hamburger SV die Teilnahme an der Europa League heute wie damals verwehrt. So oder so geht es dabei auch um seine Zukunft.


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