Ein Sieg in Bremen wäre für den VfB Stuttgart in dieser heißen Phase der Saison natürlich Gold wert gewesen. Doch gegen überlegene Werderaner reichte es den Stuttgartern nur zu einem etwas glücklichen Unentschieden. Denn Werder hätte den Sack vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit schon zumachen können. So bleibt der VfB aber auch im fünften Spiel in Folge ungeschlagen - womit auch Werder Bremen "ganz gut leben" kann. Die Stimmen zum Spiel.
Bremen. Wer hätte das gedacht? Im Fokus des Duells zwischen Werder Bremen und dem VfB Stuttgart auf der Zielgeraden dieser Bundesligasaison liegt nicht die Meisterschaft, auch nicht das Rennen um Europacup-Ränge - nein, es geht einzig und allein um den Klassenerhalt! Dementsprechend sind die Ansprüche auf beiden Seiten ein wenig gesunken. Ein Sieg, drei Punkte für ein Team? Von wegen! Punkteteilung war angesagt am heutigen Samstag. Mit der gaben sich beide Seiten zufrieden.
"Ich kann mit dem Punktgewinn ganz gut leben, weil die Leistung gestimmt hat und die Mannschaft sich wieder ein bisschen verbessert hat", meinte Werder-Coach Thomas Schaaf nach der Partie. Obwohl sein Team die "Chancen nicht genutzt" hat, wie der Fußballlehrer zurecht bemängelt. Eine zunehmende Überlegenheit der Gastgeber machte auch VfB-Trainer Labbadia aus: "Wir wollten kompakt gegen den Ball arbeiten und hoch verteidigen. Nach dem Führungstreffer ist uns dies nicht mehr gelungen. Bremen kam dann mehr auf - nicht nur aus dem Spiel, sondern auch durch Standards, bei denen Werder seine körperliche Überlegenheit ausspielen konnte." Unter dem Strich, so Labbadia, sei er daher auch "mit dem Punktgewinn zufrieden."
Ulreich mit klasse Vorstellung
Am Glück des Bruno Labbadia und aller Stuttgarter Anhänger mal wieder wesentlich beteiligt war Keeper Sven Ulreich, der dem Bremer Sturmlauf mit teils phänomenalen Paraden Paroli bot. "Es ist natürlich schön, viele Bälle zu halten, dafür bin ich aber auch da", bleibt der junge Torhüter bescheiden. Und ermahnt seine Mannschaft, schon im nächsten Spiel "gegen Kaiserslautern nachzulegen".
"Kampf und Willen" fordert auch Verteidiger Serdar Tasci für die anstehenden Aufgaben. Er ging in Bremen mit gutem Beispiel voran, kratzte Avdics Schuss in der 42. Minute noch mit letzter Kraft von der Linie. Klar ist: Die anstehenden Spiele sind richtungsweisend. Kaiserslautern und Köln - so heißen die nächsten Aufgaben, die es zu meistern gilt. Mit nur zwei Punkten Abstand auf den Relegationsplatz würde den Schwaben allein ein Sieg - nach nun zwei Remis in Folge - die Abstiegsangst nehmen.

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