Stuttgart. Seit Wochen quält sich Cacau für seinen Verein, den VfB Stuttgart. Eigentlich müsste er sich operieren lassen, eine Adduktorenverletzung plagt ihn schon fast die ganze Saison. Doch der Kämpfer Cacau will nichts von einer Operation wissen, bevor nicht der Abstieg endgültig vereitelt ist. Deshalb lässt er sich seit Wochen Fit spritzen vor den Spielen, trainiert zusätzlich zum normalen Mannschaftstraining und gibt alles für seinen Verein – mit Erfolg. Seit der Stürmer wieder regelmäßig trifft, läuft es für seine Mannschaft besser, weshalb der Abstieg schon am Samstag gegen Hannover 96 vorzeitig verhindert werden kann.
Zurück in der Erfolgsspur
Wie für Cacau war es auch für den VfB Stuttgart keine einfache Saison. Einem schwachen Saisonstart folgte die Entlassung von Christian Gross. Nachfolger Jens Keller gelang es nur zeitweise Leben in die Mannschaft zu hauchen, weshalb kurz vor der Winterpause Bruno Labbadia nach Stuttgart kam. Als großes Problem wurde die mangelnde Fitness diagnostiziert, aber auch menschlich scheint es Gräben zwischen Trainer und Team gegeben zu haben. So erklärte Zdravko Kuzmanovic jüngst im SWR, dass er sich mit Jens Keller nicht verstanden hätte. Parallel zum Zick-Zack Kurs des Vereins in der Tabelle verlief auch das Jahr für Cacau abwechslungsreich.
Formkurve zeigt nach oben
Während die Hinrunde noch ganz passabel, wenn auch im Vergleich zu den Leistungen des deutschen Nationalstürmers nicht zufriedenstellend, verlief, kam Cacau in der Rückrunde unter dem neuen Trainer Labbadia zunächst überhaupt nicht in Tritt. Probleme an den Adduktoren verhinderten zudem genügend Spielpraxis, nach dem Rückrundenauftakt gegen Mainz 05 musste er beispielsweise drei Spiele in Folge aussetzen. Cacau, der auf dem Platz neben seinen hervorragenden Knipser-Qualitäten immer auch über den Kampf ins Spiel findet, kämpfte sich durch Extra-Einheiten wieder in eine gute Form, sodass Bruno Labbadia in den letzten Wochen trotz bevorstehender Operation immer wieder auf den Nationalstürmer setzte.
Entscheidender Faktor im Abstiegskampf
In den letzten drei Partien, in denen er jeweils von Beginn an aufgelaufen ist, überzeugte Cacau Mannschaft, Trainer und Fans. Vor allem auch durch seinen Formanstieg gelang den Schwaben in diesen Spielen die maximale Punkteausbeute von neun Zählern. Mit seinem Doppelpack gegen den Hamburger SV im eigenen Stadion und dem wichtigen Ausgleichstreffer am Wochenende in Hoffenheim war Cacau ein entscheidender Faktor für die Siege des VfB im Kampf gegen den Abstieg. Acht Saisontore stehen bei ihm aktuell zu Buche, weitere Treffer sind bei der momentanen Form nicht ausgeschlossen, auch wenn die kommenden Gegner Hannover 96 und FC Bayern München heißen. Sobald der Klassenverbleib dann aber endgültig ist, will sich der Stürmer unters Messer legen, um dann in der kommenden Saison wieder Topfit anzugreifen.
Der Abgang als Neuzugang
Denken die Fans des VfB Stuttgart ein Jahr zurück, wird ihnen einfallen, dass Cacau ursprünglich seinen Vertrag nicht verlängern und den Verein verlassen wollte. Nachdem die Fans dem beliebtem Stürmer zeigten, wie gerne sie ihn weiter in Stuttgart sehen würden, entschied er sich nach neuerlichen Verhandlungen schließlich doch für eine Vertragsverlängerung bis 2013. Im letzten Heimspiel der Saison gegen den FSV Mainz 05 in der Saison 2009/10 wurden die Fans in der Mercedes-Benz Arena schließlich mit der Nachricht überrascht, dass Cacau dem Verein treu bleiben würde. Vielleicht wurde mit dieser Ankündigung auch gleichzeitig der Klassenerhalt in dieser Saison gesichert.
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