Sonntag, 29. Mai 2011

Champions League: Xavis Traumpass leitet den Reigen ein

Eric Abidal nahm die Trophäe aus den Händen von UEFA-Boss Platini im neuen Wembley-Stadion dann entgegen und riss den Pott in den Londoner Abendhimmel. Es war geschafft: Der FC Barcelona holte sich zum dritten Mal in den vergangenen fünf Jahren Europas begehrtesten Titel. Und Abidal, der nach einer komplizierten Tumor-Operation gestern die Startelf der Katalanen zierte, gehörte zu den Helden des Abends - wie auch die Kollegen um Xavi, Villa und Weltfußballer Lionel Messi.


London. Zehn Minuten brauchte der FC Barcelona gestern Abend, um in Fahrt zu kommen. Dann tickte das Uhrwerk unaufhaltsam. Xavi, Messi, Iniesta, links auf Pedro, rechts auf Dani Alves - der Ball lief und Manchester United schaute zu. In der 27. Minute ließen es die Katalanen dann nach minutenlanger drückender Überlegenheit im Mittelfeld zum ersten Mal klingeln: Xavi passte traumhaft und mit genialer Übersicht auf den rechten Fuß von Pedro, der die Kugel im langen Eck unterbringt - 1:0. Das sah so einfach aus, so leichtfüßig, was Barca da auf den Rasen zauberte! Die fast 90.000 Fans in Wembley kamen auf ihre Kosten. Und Sir Alex erhob sich und öffnete den Mund bedrohlich langsam - der Kaugummi darin kam Sekunden zur Entspannung, um gleich doppelt so stark malträtiert zu werden - um seiner Mannschaft einzuheizen.

Rooney lässt England hoffen

Und die wutverzerrte Fratze des Schotten zeigte alsbald ihre Wirkung: In der 34. Spielminute gelingt United nach einem Einwurf von der rechten Seite die erste intelligente Kombination. Rooney spielt auf den frei stehenden, aber wohl in Abseitsposition befindlichen Ryan Giggs. Der Waliser gibt zurück auf Rooney, der die Kugel unerreichbar für Barca-Keeper Valdés in den Maschen versenkt. Das 1:1 zur Pause aber spiegelte nur sehr bedingt den Spielverlauf hier wieder. Barca war in den ersten 45 Minuten klar die bessere Mannschaft - was aber keinen der jubelnden United-Anhänger so recht zu interessieren schien. Doch der Jubel sollte bald ersterben.

Messi und Villa gnadenlos

Von Rooneys Ausgleichstreffer ließen sich die Spanier wahrlich nicht beeindrucken. Zweite Hälfte, gleiches Bild: Barca dominierte, United knickte ein und verbeugte sich vor dem Zirkus, den die Katalanen veranstalteten.  54. Minute: Messi bekommt in zentraler Position vor dem gegnerischen Strafraum den Ball - der Floh zieht ab und ManUtd-Keeper van der Sar den Kürzeren. Der 40-Jährige sieht bei Messis Schuss alt aus. "Der war nicht unhaltbar", lautet das Urteil der Experten (darunter Franz Beckenbauer). Das zwölfte Tor für Messi also in dieser Champions-League-Saison, das ist eine neue Rekordmarke!

Staunen über Barcas Gala

Doch hier war noch lange nicht Schluss, Barca begann nun, für die Galerie zu spielen, wollte United auf heimischem Boden demontieren. In der 69. Spielminute dann gibt Pedro die Kugel auf den zentral stehenden David Villa. Der hat alle Zeit der Welt, stoppt den Ball - und zirkelt ihn aus dem Stand zentimetergenau rechts unter die Torlatte. Was für eine eindrucksvolle Vorstellung, die die Katalanen hier aufs Parkett brachten! Für Manchester war die Partie gelaufen. Die eigene Unterlegenheit wurde United an diesem Abend in fast spöttischer Deutlichkeit vor Augen geführt. Staunen wich dem Ärger darüber, dass man sich nach 2009 auch in diesem Jahr Barca im Endspiel geschlagen geben musste.

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