München. Elf Gegentreffer kassierte der VfB Stuttgart bei den letzten beiden Begegnungen mit dem FC Bayern München. Binnen weniger Tage kam es im Dezember gleich zu zwei Heimdebakeln für die Stuttgarter. Die haben ihr Saisonziel, den Klassenverbleib in der Bundesliga mittlerweile gesichert. Die Bayern hingegen müssen an diesem 34. Spieltag gewinnen und auf einen Patzer Leverkusens hoffen, um Platz zwei und damit die direkte Qualifkation zur Champions League zu erreichen.
Ribery gesperrt – VfB ohne Delpierre & Co
Den Münchnern fehlt beim letzten Spiel der Saison Flügelflitzer Franck Ribery, der eine Gelbsperre absitzen muss. So wird wohl Toni Kroos von Beginn an spielen, über die rechte Seite kommt wie gewohnt der flinke Robben, der Stürmer Mario Gomez mit Vorlagen füttern soll. Die Schwaben müssen wie zuletzt auf Timo Gebhart und Cristian Molinaro verzichten, hinzu kommt die bittere Verletzung von Mathieu Delpierre, der für vier Wochen ausfallen wird, in den vergangenen Spielen aber ohnehin keine Rolle spielte. Die größte Änderung im System der Schwaben: Cacau unterzog sich am Montag der seit Wochen dringend nötigen Leistenoperation. Für ihn wird Pavel Pogrebnyak die Startelf zieren.
Gomez mit unstillbarem Torhunger
In Acht nehmen sollten sich die Stuttgarter vor Bayern-Stürmer Mario Gomez. Der wechselte vor zwei Jahren für die Rekordsumme von 35 Millionen Euro vom VfB zum Erzrivalen. Gomez hat derzeit einen Lauf, trifft nahezu nach Belieben. „Ich werde am Samstag versuchen, ein gutes Spiel abzuliefern“, verspricht der Goalgetter vor dem Duell mit seinem Ex-Klub. Der Nationalspieler kommt bislang auf sagenhafte 27 Bundesligatore in dieser Saison. Dass Gomez letztlich mit der Torjägerkanone ausgezeichnet wird, bezweifeln selbst die schärfsten Kritiker nicht mehr. VfB-Trainer Bruno Labbadia ermahnt seine Mannschaft – obschon es für die Schwaben in der Tabelle eigentlich um nichts mehr geht – am Samstag Gas zu geben. „Für uns ist das eine Prüfung, aber auch eine Verpflichtung, da wir wieder von mehreren tausend Fans begleitet werden“, sagt der Trainer der Stuttgarter.
Bayern klarer Favorit
An das letzte Gastspiel in München erinnert man sich beim VfB gerne zurück: Im März vergangenen Jahres schlug man die Bayern vor heimischer Kulisse mit 2:1. Für die Schwaben spricht zudem die beeindruckende und im Abstiegskampf letztendlich lebensrettende Serie von vier Siegen in Folge. Doch auch der Rekordmeister ist gut drauf, die letzte Niederlage handelten sich die Bayern in der Champions League beim Achtelfinalrückspiel gegen Inter Mailand ein. Was ansteht, ist ein spannender Vergleich. Im Südschlager kochen die Emotionen regelmäßig hoch, denn es ist beileibe kein Duell auf Augenhöhe. Obwohl der VfB Stuttgart in den letzten Saisons immer wieder für Furore – im Guten wie im Schlechten – gesorgt hat und auch regelmäßig Gast in der Champions League war, begründet sich die Rivalität doch insbesondere in den ungleichen sportlichen und finanziellen Möglichkeiten beider Klubs. Keine Frage: Der VfB Stuttgart muss über sich hinauswachsen, um den Münchnern empfindlich auf den Schlips zu treten.
Die VfB-Defensive verkörpert Gelassenheit
VfB-Torhüter Sven Ulreich äußerte sich vergangenen Samstag gegenüber der Website Goal.com zum Gastspiel bei den Bayern: „Ich glaube, es wird nicht einfach in München, wie immer. Gegen Bayern ist es immer schwer zu spielen, aber wir freuen uns jetzt auf dieses Spiel, wir haben keinen Druck mehr. Wir können frei aufspielen; das kommt uns dann vielleicht auch zugute, sodass wir in München auch noch etwas reißen können“, sagte der junge Keeper, der bei der Offensivstärke des Gegners am Samstag wohl so richtig ins Schwitzen kommen wird. „Was möglich ist, werden wir sehen“, gab VfB-Verteidiger Serdar Tasci gegenüber Goal.com an. „Ich denke, dass wir uns jetzt gerettet haben, aber trotzdem werden wir diese Woche über konzentriert arbeiten und versuchen, die Punkte zu holen, das ist klar. Die Bayern haben eine starke Mannschaft, es wird ein schönes Spiel.“ Ebenfalls mit von der Partie ist dann auch Defensivspezialist Khalid Boulahrouz. Auch den Niederländer, der auf Kollege Arjen Robben trifft, bekam Goal.com vors Mikrofon: „Das wird ein normales Spiel wie immer. Wir müssen gegen jeden Gegner Acht geben, Bayern ist aber ein bisschen besser als andere Gegner. Aber wir werden Bayern analysieren“, meint er. Angst haben sie nicht beim VfB. Angesichts des sicher eingetüteten Klassenerhalts besteht dazu auch kein Anlass. Mario Gomez hin oder her.

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