Samstag, 14. Mai 2011

VfB: Versöhnlicher Saisonabschluss im Südschlager gegen Bayern

Mit Spielfreude und hohem Tempo agierte im Südschlager nicht nur der FC Bayern München über weite Strecken des Spiels - auch der VfB Stuttgart gab Gas und zeigte eine couragierte Leistung. Erst ein Kopfballtor von Schweinsteiger sorgte für die Entscheidung, nachdem Okazaki für den VfB und der Ex-Stuttgarter Gomez für die Bayern trafen.



München. Vor ausverkauftem Haus und bei sommerlichen Temperaturen besiegte der FC Bayern München im mit Spannung erwarteten Südschlager den VfB Stuttgart mit 2:1. Die Bayern setzten dabei auf Miroslav Klose als hängende Spitze zu Stürmer Mario Gomez. Auf den Außenbahnen sollten Arjen Robben und Thomas Müller für Wirbel sorgen. Bei den Stuttgartern agierte Pavel Pogrebnyak in der Rolle des alleinigen Angreifers. Harnik, Hajnal und Okazaki bildeten das Offensiv-Gespann, das den Russen mit reichlich Vorlagen füttern sollte.

Klose vergibt die dickste Möglichkeit

Die erste Möglichkeit in diesem Spiel gehörte den Gästen aus Stuttgart: Zdravko Kuzmanovic traut sich aus der Distanz, Butt am Bayern-Tor hat Probleme, den Flachschuss des Serben zu parieren und klärt zur Ecke (4.). Der VfB trat hier aufs Gas und setzte die Münchner permanent unter Druck, obgleich der Klassenerhalt schon gesichert war. Doch der FC Bayern unterstrich seine Ambitionen in dieser Partie sogleich: Miroslav Klose schickt den schnellen Robben per Steilpass in den gegnerischen Strafraum. Allein Sven Ulreich kann die Situation mit einer klasse Reaktion entschärfen (7.). Die Hausherren hatten nun Blut geleckt, wieder ist es Arjen Robben, der die VfB-Defensive ins Wanken bringt. Boka ausgespielt, Okazaki genarrt – da kommt der Querpass auf den frei stehenden Klose! Der aber bringt das Kunststück fertig, die Kugel aus einem halben Meter über das Gehäuse zu befördern (12.).

Der VfB gibt mächtig Gas

Immer noch geschockt von dem, was da gerade passiert war, offenbarte die Bayern-Verteidigung in der Folge eklatante Lücken. Zuerst kann Pogrebnyak ungestört auf Okazaki ablegen, der aus 18 Metern den Hammer auspackt (15.). Butt klärt den wuchtigen Ball vor die Beine von Martin Harnik, der das Spielgerät aber nicht mehr erreicht. In der 24. Spielminute macht es der Japaner besser: Harnik hat auf der rechten Seite viel Platz und kann unbedrängt flanken. Okazaki locht per Direktabnahme am langen Pfosten zur 1:0-Führung für Stuttgart ein (24.) und der ganze Abstiegsfrust der mitgereisten VfB-Fans, der sich über Wochen angestaut hatte, entlud sich im lauten Jubel des Anhangs.

Gomez mit dem Ausgleich

Die Stuttgarter ließen auch nach der Führung nicht nach, insbesondere der starke Pogrebnyak hängte sich richtig rein, wetzte jedem Ball nach. Auf der anderen Seite überzeugte Arjen Robben restlos. Der dribbelstarke Niederländer belegte wenig später seine herausragende Spielübersicht bei seinem genialen Pass auf Mario Gomez (37.), der freistehend vor Ulreich das 1:1 besorgte. Doch auch kurz vor Pausenpfiff zeigten sich die Schwaben wieder brandgefährlich, Pogrebnyak scheitert aus 13 Metern nur am bravourös reagierenden Torwart Jörg Butt.

Offensivschwung verebbt deutlich

Nach Wiederanpfiff agierten beide Teams deutlich harmloser und mit weniger Feuer als noch in den ersten 45 Minuten. Insbesondere die Stuttgarter schalteten einen Gang zurück. Von der enormen Laufbereitschaft der Schwaben war fortan über weite Strecken des Spiels nichts mehr zu sehen. Die Gastgeber aus München agierten aber nur hauchdünn überlegen, Impulse in der Offensive gingen allein von Arjen Robben aus: Der findet in der 59. Spielminute auf der rechten Außenbahn Thomas Müller. Müllers Hereingabe allerdings landet in den Armen des beeindruckend souverän agierenden VfB-Keepers Sven Ulreich, der sich beim Zusammenstoß mit Gomez leicht am Kopf verletzte. Für den Torwart ging es aber weiter.

Chef Schweinsteiger dreht das Spiel

So richtig wollte dann auch keine Torgefahr mehr aufkommen, was den Anfeuerungsrufen der Bayern-Fans zu keinem Zeitpunkt keinen Abbruch tat. Und wie sollte es auch anders sein - das nächste Tor fiel per Standardsituation. Der eingewechselte Toni Kroos schlägt (71.) von der rechten Seite einen Freistoß scharf vors Tor. In der Mitte lauert Bastian Schweinsteiger, der per Kopf das 2:1 markiert. VfB-Torhüter Sven Ulreich macht dabei eine unglückliche Figur, segelt am Ball vorbei. Die Bayern spielten ihre optische Überlegenheit weiter gut aus, erhöhten auch das Tempo. Philipp Lahm flankt von der rechten Seite in die Mitte, wo Mario Gomez das Spielgerät nicht über die Linie bringt (80.). Das hätte die Entscheidung sein können! So blieb es weiter spannend, Kuzmanovic drischt wenig später einen Freistoß knapp übers Tor (81.). Die Stuttgarter spielten die Partie ordentlich zu Ende, drängte gar noch auf den Ausgleich. Kurz vor Schluss verpassen Schipplock und Okazaki eine gute Hereingabe. Der VfB gab hier eine wirklich couragierte Leistung ab, die die mitgereisten Fans und Trainer Labbadia zurecht beklatschten. Bayern München konnte trotz dieses Sieges Platz zwei nicht mehr erreichen, wird die Qualifikation zur Champions League bestreiten müssen. Doch den Münchnern gelang heute ein sehr versöhnlicher Abschluss einer schon verloren geglaubten Saison.

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