Samstag, 25. Juni 2011

Kommentar: Frauen-WM - Vergleiche zu 2006 sind unangebracht

Morgen ist es so weit, die Fußball-WM der Frauen beginnt. Und zwar direkt vor der Haustür, im Gastgeberland Deutschland. Die Fans dürfen sich auf ein großartiges Fest freuen, Vergleiche mit der WM 2006 sind aber nicht angebracht, aus Respekt vor dem Frauen-Fußball, kommentiert Julian Wöhr.

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Vor ausverkauften Haus startet die Deutsche Nationalmannschaft der Frauen morgen gegen Kanada ins Turnier. Das Berliner Olympiastadion wird voll sein, Erinnerungen an die deutschen WM-Spiele 2006 in Berlin gegen Equador und Argentinien werden wach. Ein schwarz-rot-goldenes Farbenmeer wird die deutschen Spielerinnen in diesem Spiel begleiten, bei Erfolg sogar im ganzen Turnier. Und das haben sich die Damen auch verdient.

Zwei Weltmeistertitel hintereinander, der dritte könnte im eigenen Land folgen - Erfolge von denen die Männer sehr weit entfernt sind. Zudem lösten unsere Frauen einen Boom im Kartenverkauf aus, den eine Frauen-WM so noch nie gesehen hat. Diese Mannschaft ist jung, frech, begeisterungsfähig. Weltstars wie Birgit Prinz sind der Höhepunkt dieser Truppe. Diese WM ist ihre WM.

Dennoch sollten die Erwartungen nicht zu hoch an diese WM sein. Schwer vorstellbar, dass wie 2006 Millionen von Menschen auf den Fanmeilen in Deutschland gemeinsam feiern - alles wird ein wenig kleiner, aber familiärer, freundlicher. Auch das Gesamtniveau im Frauenfußball hat noch nicht die Ausgeglichenheit erreicht wie man sie bei Weltmeisterschaften der Herren sieht, noch sind ziemliche Exoten bei der WM dabei, was hohe, klare und nicht allzu spannende Ergebnisse verspricht. Die Entwicklung im Frauen-Fußball ist positiv, abgeschlossen aber noch lange nicht.

Und deshalb wird die Euphorie bei der nun anstehenden Weltmeisterschaft nicht die Züge der WM 2006 annehmen, sondern ihren ganz eigenen Charakter entwickeln. Das ist auch gut so, darf es doch nicht das Ziel der Frauen sein, eine Kopie der Männer zu werden. Vergleiche zur WM 2006 dürfen deshalb nicht gezogen werden, denn dadurch werden Erwartungen geweckt, die so nicht haltbar sind.

Trotzdem können wir uns freuen auf die WM. Volle Stadien, eine deutsche Mannschaft in der Favoritenrolle und herrliches Wetter - diese Mischung führte bereits 2006 zum Erfolg. An dieser Stelle ist ein Vergleich dann vielleicht doch durchaus angebracht.


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