Unsere Serie geht weiter! In der Bundesliga-Glaskugel geben unsere Redakteure ihre Einschätzungen zur anstehenden Rückrunde preis.
Heute: der Hamburger SV. Droht dem Krisen-Team von Armin Veh ein weiterer Abrutsch in der Tabelle? Oder kann man plötzlich alle Unsicherheiten hinter sich lassen und - den Ansprüchen entsprechend - um den Einzug in das internationale Geschäft mitspielen?
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Ausgangslage: Die HSV-Fans müssten es eigentlich so langsam satt haben. Ständig steckt man sich beim Hamburger SV vor Saisonbeginn hohe Ziele, macht sich gute Vorsätze, geht voller Erwartung in die neue Spielzeit - um alsbald bitter enttäuscht zu werden. Elia, Trochowski, van Nistelrooy, Guerrero - die Enttäuschung hat viele Namen bei den Hanseaten. Platz 9 wird den Ansprüchen nicht gerecht.
Dirian: “Es war ein heißer Tanz, den sich Armin Veh da kurz vor Weihnachten genehmigte. Hamburgs Cheftrainer stand vor dem Aus, betonte selbst, nun gehen zu wollen. Doch es folgte nicht die Entlassung, Veh wurde nicht freigestellt - sondern geht mit reichlich Vertrauensvorschuss in die Rückrunde. Ganz anders die Mannschaft, die sich nach ebenso vielen Siegen wie Niederlagen (je sieben) beträchtlich steigern muss. Ein Mentalitätsproblem machen viele Beobachter im HSV-Team aus. Tugenden wie Kampfgeist und Zusammenhalt fehlen der Truppe. Armin Veh muss diese seinen Spielern vor Rückrundenstart eintrichtern, sonst wird es auch um ihn bald leiser.”
Mein Tipp: Der Hamburger SV überzeugt zwar zu Beginn der Rückrunde, kann aber erneut keine konstanten Leistungen abrufen und kommt so nicht über Platz 7 hinaus.
Lukas: “Der HSV war eines der Wackelkinder der Vorrunde. Hin und wieder konnte die Elf von Armin Veh durch gute Leistungen überzeugen, wie beim 0:0 gegen die Bayern, aber in vielen Spielen blieben die Leistungsträger um Ze Roberto, Westermann und Co. weit hinter den Erwartungen zurück. Andere wie Paolo Guerrero sorgten mehr mit Skandalen als mit guten sportlichen Leistungen für Schlagzeilen, und zuletzt gab es auch noch Diskussionen um Trainer Armin Veh, der der zehnte Coach innerhalb der letzten zehn Jahre beim HSV ist. Die Hanseaten erleben also unruhige Zeiten, Armin Veh hat in der Vorbereitung eine Menge Arbeit vor sich, aus dem Haufen guter Spieler eine Mannschaft zu formen, die regelmäßig und zuverlässig ihre Leistung bringen.”
Mein Tipp: Der HSV fängt sich, für die Europa League reicht es aber erneut nicht. Platz 6 ist drin für die Veh-Elf, aber man wird sich am Ende wieder ärgern, dass man die Qualifikation für Europa knapp verpasst haben wird.
Julian: “Wer soll diesen HSV in den Griff bekommen? Martin Jol, Thomas Doll, Kurt Jara, Huub Stevens, Armin Veh - um nur einige Trainer des letzten Jahrzehnts in Hamburg zu nennen - versuchten es schon. Alles Trainer die in ihrer Karriere schon große Erfolge gefeiert haben. Aber diese Hamburger Mannschaft zu großen Erfolgen zu führen ist noch keinem gelungen. Dass die Mannschaft immer großes Potential hatte, sah man an den zwischenzeitlichen Erfolgen (Europa League Halbfinale, Champions League Teilnahme, usw.). Aber auf Dauer, und vor allem am Saisonende, zeigten sich die großen Schwächen der Hamburger. Ein zusammengewürfelter Kader aus satten Altstars (Ze Roberto, van Nistelrooy) und immer wieder negativ auffallenden Talenten (Guerrero). Keine Frage, allein von den Namen her müsste der Hamburger SV in dieser Saison in die Champions League einziehen, doch das wird nicht mehr gelingen. Dennoch wird es zumindest noch ein wenig nach oben gehen in der Tabelle.”
Mein Tipp: Es könnte ein enges Finale im Kampf um die Europa League Plätze werden, am Ende wird es aber schwer sich gegen die direkte Konkurrenz aus Gelsenkirchen durchzusetzen. Ein Platz zwischen 5 und 8 erscheint realistisch.
UND MORGEN: Wo endet der Mainzer Höhenflug und rettet sich der FC St. Pauli?
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