München. Auch beim FC Bayern München müsse man, so der nach der bitteren Niederlage in Köln gefrustete Thomas Müller, "eher über den Abstiegskampf reden" als über die Meisterschaft. Im Duell "Kölner Leidenschaft gegen die Dummheit" der Münchner zog der Rekordmeister den Kürzeren, so gerät auch Minimalziel Platz zwei allmählich in Gefahr. Im Kräftemessen mit 1899 Hoffenheim am Samstag steht der Meister unter Druck, eine Niederlage könnte den endgültigen Nackenschlag bedeuten - für das Team und den seit Monaten kritisierten Trainer van Gaal, der durch den fragwürdigen Wechsel im Tor und dank der desolaten Defensivleistungen seiner Mannschaft von den Skeptikern mit reichlich Argwohn und Zweifel beäugt wird.
Gegen Hoffenheim muss ein Sieg her für die Münchner, die wieder auf die Dienste des Flügel-Duos Ribéry und Robben vertrauen können. Beide zuletzt verletzten Erfolgsgaranten stehen gegen die Kraichgauer im Kader. Währenddessen muss sich aber vor allem die Bayern-Defensive gegen den Hoffenheim-Sturm um Ibisevic, Sigurdsson und Ryan Babel beweisen.
Leverkusen und der HSV auf Europa-Kurs
Nach der jüngsten Niederlage beim 1.FC Nürnberg muss sich auch Bayer Leverkusen steigern. Der Tabellenzweite droht bei einer Niederlage am Samstag in Frankfurt in der Tabelle weit abzurutschen, damit würde das Saisonziel Champions League wieder ferner rücken.
Und auch der Hamburger SV kann sich angesichts der Tabellensituation in Wolfsburg eigentlich keinen Ausrutscher leisten. Gegen nach der Entlassung von McClaren motivierte Wölfe wird es für Armin Vehs Hamburger Elf schwierig werden - obwohl Wolfsburg freiwillig auf die Fähigkeiten des suspendierten Diegos verzichtet. Der hatte einen Strafstoß entgegen der Anweisung des mittlerweile geschassten McClaren ausgeführt - und war gescheitert. Im Groll über derartige Fahrlässigkeiten könnte der abstiegsbedrohten, aber ambitionierten Wolfsburger Mannschaft ein Coup gegen den HSV gelingen.
Krasser Abstiegskampf
Mindestens genauso intensiv wie das Rennen um die oberen Tabellenplätze wird der unerbittliche Abstiegskampf in der Liga geführt. Dabei steht unter anderem für den VfB Stuttgart gegen Nürnberg (siehe extra Artikel) ein richtungsweisendes Duell an - nach der Initialzündung, dem dramatischen Sieg über Mönchengladbach vor einer Woche.
Tabellenschlusslicht Borussia Mönchengladbach steht beim FC St. Pauli wohl vor der letzten Chance, den drohenden Abstieg noch abzuwenden. Gelingt hier kein Sieg, zieht sich die Schlinge noch enger um den Hals der bitter enttäuschten Gladbacher. Andernfalls müssen die Hamburger zittern.
Schalke auf Versöhnung aus
Mehr Kommunikation mit den Fans - so lautete das Versprechen des Schalker Trainermanagers Felix Magath nach diversen Protesten aus dem Lager der Anhänger, die ihren Unmut über die sportliche Situation der Königsblauen äußerten. Gegen Freiburg muss die Mannschaft nun auch auf dem Platz Versöhnung mit den treuen Fans betreiben.
Am Abend dann gastiert Schalkes Lokalrivale, Tabellenführer und Titelfavorit Borussia Dortmund, auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Alles andere als ein Auswärtssieg gliche einer Sensation angesichts der tollen Form des BVB, der zwar mit der Chancenverwertung hadert, sich aber in Sachen Meisterschaft keine Blöße mehr geben will.
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