Donnerstag, 10. Februar 2011

VfB-Orakel: Abstiegsangst hält wach!

Sie kehren wieder, Minute für Minute laufen sie wie ein Film vor dem inneren Auge ab - die Bilder des Abstiegs-Fights zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfB Stuttgart, den die Schwaben in einer dramatischen zweiten Halbzeit für sich entscheiden konnten. Derweil wälzt sich Bruno Labbadia im Schlaf, im Halbschlaf. Denn der Abstiegskampf hält wach. "Ich kann nach den Spielen nicht gut schlafen", räumt der VfB-Coach ein. Am kommenden Samstag wartet Nürnberg.



Stuttgart. Emotionsgeladen treibt Bruno Labbadia seine Mannschaft an. Martin Harnik hat gerade auf 1:2 verkürzt - im direkten Abstiegsduell gegen Borussia Mönchengladbach. Wenig später das 2:2, Pavel Pogrebnyak war's. Daumen hoch! Erleichterung bei Labbadia, der hier noch auf den Siegtreffer hofft.

Kurz vor Schluss - es gibt Elfmeter für den VfB Stuttgart - "erst habe ich überlegt, ob ich hinschauen soll", zittert Sportdirektor Fredi Bobic an der Seitenlinie mit - Timo Gebhart tritt an. Und trifft! Mitten ins Herz der verzweifelnden Gladbacher, die ihr Leiden nicht in Worte fassen können. Szenen des Abstiegskampf, der unermüdlich und erbittert geführt wird. Er verlangt den Mannschaften und Verantwortlichen alles ab.

Nächster Halt: Nürnberg

Auch am kommenden Wochenende wird wieder gezittert. Denn trotz des Sechs-Punkte-Sieges in Mönchengladbach steckt der VfB Stuttgart weiter im sumpfigen Abstiegs-Morast fest. Um dem Sog der Zweitklassigkeit weiter zu entfliehen, muss im anstehenden Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg gewonnen werden, denn das Punktekonto füllt sich nur langsam - trotz vermeintlicher Big-Points wie gegen Mainz, Dortmund oder Gladbach.

Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt drei Punkte; nur mit einer Siegesserie können die Abstiegsränge verlassen werden, nur mit einer Erfolgsserie kann daraufhin Abstand auf die Todeszone aufgebaut werden. Ein verdammt harter Weg. Auf den sich die Stuttgarter aber mit ihrer desolaten Hinrunde durch eigenes Verschulden begeben haben.

Verletzungssorgen und Lösungsansätze

"Wir werden eine Lösung finden", ist sich Bruno Labbadia vor dem Nürnberg-Spiel am Samstag um 15.30 Uhr sicher. Das Problem: Mit den Verletzungen von Arthur Boka und Christian Gentner sowie der Gelbsperre des ebenfalls verletzten Timo Gebhart schmilzt die Personaldecke der Stuttgarter im Mittelfeld beträchtlich. "Alle drei haben zuletzt eine wichtige Rolle gespielt", räumt Labbadia ein - hat aber bereits "den ein oder anderen im Hinterkopf", der den Part der fehlenden Außenbahnspieler Gebhart und Boka übernehmen könnte.

Zum Beispiel der rehabilitierte Cacau, der nach einer Verletzung ebenso wieder zur Verfügung steht wie Abwehrchef Mathieu Delpierre. So hängt das Stuttgarter Glück mal wieder am seidenen Faden, ist ein Heimerfolg über Nürnberg doch wesentlich von Spielern abhängig, die dem Team zuletzt nicht helfen konnten - wie eben Cacau, Delpierre oder der Neu-Stuttgarter Hajnal. Allen dreien werden Schlüsselrollen im Stuttgarter Spiel zuteil.

Ansteigende Form zeigte neben den Torjägern Pogrebnyak und Harnik allen voran Verteidiger Serdar Tasci, der weite Teile der Hinrunde verletzt absagen hatte müssen. Trotz vermeintlicher Personalsorgen könnte bei einer erfolgreichen Integration der Neuen in die Startelf wieder Stabilität in die Mannschaft zurückkehren. Mit 24,6 Jahren im Schnitt war die VfB-Elf am vergangenen Wochenende die drittjüngste Mannschaft, die in der Bundesliga aufs Feld geschickt wurde.

Das VfB-Orakel sagt:

"Die Rückkehr der Stützpfeiler, der erfahrenen Spieler, kann Balsam sein für die Stuttgarter Seele am Samstag. Kann, wohlgemerkt."

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sau guter Artikel!!!
Bringt die richtigen Gedanken in die richtigen Köpfe^^
Weiter so!

Jan Oldekop hat gesagt…

Vielen Dank. Der VfB Stuttgart und der Abstiegskampf bleiben weiter im Fokus der Redaktion. Danke für das Feedback!