Montag, 7. März 2011

Kommentar: Eine Entscheidung, 2 Verlierer

Eine Entscheidung ist nun also gefallen: Louis van Gaal bleibt - vorerst! Überraschenderweise haben sich die Verantwortlichen der Bayern dazu entschieden, van Gaal bis zum Saisonende zu dulden, danach muss er gehen. Diese fragwürdige Entscheidung bringt nur Verlierer hervor.

In der Presseerklärung am Montag verkündete der FC Bayern eine spektakuläre Wende in der causa van Gaal. Nachdem noch am Sonntag alle mit der sofortigen Entlassung des zuletzt glück-und ideenlos wirkenden van Gaal gerechnet hatten, entschied sich der Bayern-Vorstand um dessen Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge für einen Verbleib - bis zum Saisonende.

Louis van Gaal wird damit nur noch geduldet, denn sein bis Sommer 2012 laufender Vertrag soll bereits am Ende dieser Spielzeit aufgelöst werden. Louis van Gaal nur geduldet? Es erscheint in der Tat zeimlich grotesk, dass ein Mann, der sich selbst mit Gott vergleicht, bei einem Verein bleibt, der ihn offensichtlich loswerden will. Er ist der erste Verlierer.

Als bisweilen sturer Trainer bekannt, der darauf pocht Entscheidungen eigenhändig treffen zu dürfen, führte van Gaal die Bayern in der vergangenen Saison zum Double-Gewinn. Und auch in der Champions League hatte er Erfolg, scheiterte erst im Finale an Inter Mailand. Aber auch andere Erfolge sind zu würdigen: Ein finanzieller Überschuss bei den Transfers, der Einbau junger Spieler in die Stammelf und die Verkörperung einer nie dagewesen Spielphilosophie. All das wäre ohne van Gaal nicht möglich gewesen.

Er hat es sich aber in dieser Saison auch mit einigen verscherzt an der Säbener Straße. Zuletzt der ohne jede Not herbeigerufene Torwartwechsel scheint das Fass bei seinen Bossen zum überlaufen gebracht zu haben. Dennoch: Ein Louis van Gaal mit begrenzter Macht in München? Van Gaal wurde demontiert, und es verblüfft warum er das mit sich machen lässt. Seine einzige Chance doch noch als Gewinner aus der Sache zu kommen, wäre der Triumph in der Champions League.

Der zweite Verlierer ist der FC Bayern München, und zwar als großes Ganzes. Die Fans mochten van Gaal, vertrauten auf den Holländer. Auch von der Mannschaft waren bis zum Schluss nur unterstützende Worte zu hören, sie waren von ihrem Trainer überzeugt. Der größte Verlierer aber sind die Verantwortlichen.

Hoeneß, Hopfner, Rummenigge und mit Abstrichen auch Nerlinger trafen die Entscheidung für einen Verbleib van Gaals bis zum Saisonende, weil er besser als eine Notlösung sei. Übersetzt bedeutet das, dass sie nicht in der Lage waren hochwertigen Ersatz für die Trainerposition zu finden. Und auch der Zeitpunkt der Entlassung erscheint fragwürdig, zumal in einer Woche das wichtige Spiel gegen Inter Mailand in der Champions League ansteht.

Van Gaal hinterlässt eine spielerisch und taktisch hervorragend eingestellte Münchner Mannschaft. Der "Fall van Gaal" aber hinterlässt nur Verlierer.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

bleibt aber abzuwarten, ob im vorstand nicht doch noch umgedacht wird...