Sinsheim. Mit einem 2:1 - Sieg rettete sich der VfB Stuttgart heute bei Hoffenheim wohl den entscheidenden Dreier im Kampf um den Verbleib in der Bundesliga. Die Schwaben kämpften sich nach einem Rückstand in der zweiten Halbzeit eindrucksvoll zurück, Cacau sorgte für den Ausgleich. Doch Hoffenheim steckte in der Schlussphase nie auf, blieb stets brandgefährlich.
Mlapa als Nutnießer nach dickem VfB-Patzer
Ohne den verletzten Cristian Molinaro, dessen Rolle links in der Abwehrkette Artur Boka übernahm, aber mit dem noch unter der Woche angeschlagenen Martin Harnik trat der VfB Stuttgart die Reise ins nahe Sinsheim an. Mit Cacau in der Spitze plante Coach Bruno Labbadia überlebenswichtige drei Punkte im Derby ein. Hoffenheim setzte von Beginn an auf den jungen Mlapa im Sturmzentrum – Vedad Ibisevic musste vorerst auf der Bank Platz nehmen. Und Hoffenheim gab von der ersten Minute an vor 30.000 Zuschauern den Ton an, ließ den Ball ordentlich laufen und profitierte in der 14. Spielminute von einem eklatanten Abwehr-Patzer der Stuttgarter: Beck schickt Mlapa mit einem langen Ball, den Tasci dilletantisch zu Ulreich zurückspielt – der Keeper kann den ungenauen Rückpass nicht kontrollieren und sieht gegen den lässig einschiebenden Mlapa sehr alt aus.
Stuttgart rappelt sich langsam auf
Doch der VfB kam zurück ins Spiel – und wie: Nur Sekunden später dringt Boulahrouz von rechts in den Strafraum der Hausherren ein und trifft den Pfosten (16.). Die Gäste meisterten in der Folge den Spagat zwischen kompakter Defensive – denn Hoffenheim zeigte ebenso eine gute Spielanlage – und torgefährlicher Offensive. Die Stuttgarter spielten in der Defensive nun sehr tief – und trotzdem kam Hoffenheim zu Chancen. Denn Serdar Tasci half in der 38. Spielminute erneut nach, ließ Mlapa passieren, den allein Ulreich diesmal stoppen konnte. Dem VfB lief vor Pausenpfiff ein wenig die Zeit davon. Kuzmanovics Hammer aus der zweiten Reihe stoppt der gute Tom Starke mit einem tollen Reflex. Mittlerweile hatten sich die Rot-Weißen den Ausgleich tatsächlich verdient, zumal Cacau wenig später nur am kurz vor der Linie klärenden Vorsah scheiterte! Hoffenheim ging mit einer knappen, aber sicher nicht unverdienten 1:0-Führung zur Pause in die Kabine.
Cacau bringt den VfB auf die Siegerstraße
Unverändert starteten beide Teams in den zweiten Durchgang, der VfB musste weiter Gas geben, um hier doch noch den Ausgleich zu schaffen. Doch nicht die Schwaben, sondern Hoffenheim drehte unmittelbar nach Wiederanpfiff mächtig auf! Nach einer Braafheid-Flanke steht Ryan Babel (52.) völlig blank, köpft den Ball aus kürzester Distanz aufs Tor – aber Sven Ulreich ist da! Ein herrlicher Reflex des Keepers – und der VfB hat Glück, dass Niedermeier auch noch den Nachschuss abblockt. Es wurde hier ganz eng für die Schwaben – bis Cacau zum Befreiungsschlag ansetzte. Schön von Martin Harnik in Szene gesetzt sprintet der Nationalstürmer allein auf Tom Starke zu und lässt dem Hoffenheimer Torhüter gar keine Chance! 1:1 stand es da, doch das reichte den Schwaben noch nicht. Die Rot-Weißen machten weiter Dampf, Harnik wetzt in der 67. Spielminute in den gegnerischen Strafraum, wird dort von Vorsah umgemäht. Klare Sache: Elfmeter für die aufopferungsvoll kämpfenden Schwaben. Und Kuzmanovic zimmert die Kugel in die Maschen – Stuttgart dreht in kürzester Zeit hier das Spiel.
Sigurdsson scheitert am Pfosten
Doch es blieb hier in Sinsheim verdammt eng: Nachdem Harnik (77.) eine gute Möglichkeit, die Führung gar auszubauen, auslässt, tritt Sigurdsson einen Freistoß - und knallt die Kugel an den Pfosten (88.). Der VfB im Glück, ein Unentschieden wäre an diesem Nachmittag ein durchaus gerechtes Ergebnis gewesen. Doch es blieb bei der knappen Stuttgarter Führung. Der VfB trat in der zweiten Halbzeit einfach entschlossener und abgeklärter auf, Hoffenheim hatte vor allem zu Beginn des zweiten Durchgangs seine Chancen nicht gut genug genutzt. Die Schwaben rangieren nun auf Platz 12 - mit fünf Punkten Abstand auf den Relegationsplatz. Der Klassnerhalt ist so gut wie eingetütet. Hoffenheim bleibt weiter Neunter.
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