Mittwoch, 27. April 2011

Mourinhos Festung fällt - Barça vor Finaleinzug

Im zweiten Hinspiel des diesjährigen Halbfinales der Champions League besiegte der FC Barcelona Real Madrid mit 2:0. Die Tor für Barça erzielte Weltstar Lionel Messi in der 76. und 87. Minute. Zuvor war es ein kampfbetontes Spiel mit vielen Fouls, Rangeleien und 2 roten Karten. Barça hat durch die Auswärtstore die klar bessere Ausgangslage vor dem Rückspiel in Barcelona am 3.Mai.



Madrid. Bereits die Aufstellung von Real Madrid machte deutlich, wie sein Trainer Mourinho sich das Spiel vorstellte. Seine Mannschaft sollte verteidigen und alles zumauern, damit am Ende die Null steht und man im Rückspiel nicht gezwungen ist, anzugreifen. Dazu stellte er vor der Viererkette gleich drei "Sechser" im defensiven Mittelfeld auf. Pepe - der eigentlich gelernter Innenverteidiger - sowie Xabi Alonso und Lass Diara sollten in Abwesenheit des deutschen Nationalspielers Sami Khedira vor allem Lionel Messi stoppen. Im Angriff spielten Mesut Özil, Angel Di Maria und Christiano Ronaldo von Beginn an.

Bei Barça setzte man bis auf zwei Ausnahmen auf die stärksten Elf. Lediglich AußenverteidigerAbidal fehlte, so dass Innenverteidiger Puyol dessen Position übernahm, der Argentinier Mascherano übernahm dafür in der defensiven Zentrale. Im Mittelfeld waren Keita, Xavi und Busquets für die Absicherung und den Spielaufbau verantwortlich, hier fehlte der verletzte Andres Iniesta. Im Sturm spielten wie gewohnt David Villa auf rechts, Pedro auf links und Messi im Zentrum.

Behäbiger Beginn - das Aufregendste sind die Rangeleien

Die Aussage, dass die Rudelbildungen nach versteckten Fouls oder Nickligkeiten die spannendsten Szenen der ersten Halbzeit waren, sagt einiges über die spielerische Qualität aus. Torchancen waren absolute Mangelware. Zwischenzeitlich wurden sage und schreibe 80% für die drückend überlegenen Gastgeber aus Katalonien gemeldet, zu Chancen kamen diese jedoch kaum. Lediglich zweimal Xavi (4./25. Minute) sowie David Villa (11.) kamen zu ernsthaften Annäherungen an das Tor von Real-Keeper Casillas.

Es gab bereits gegen Ende der ersten Halbzeit erste Rudelbildungen und gelbe Karten. Zunächst für Arbeloa, der gegen Pedro zu hart einstieg, kurz darauf für Danny Alves, der Di Maria grob gefoult hatte. Nach dem Halbzeitpfiff kam es vor dem Spielertunnel zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Vertretern beider Vereine. Daraufhin sah Pinto, der Ersatzkeeper des FC Barcelona, die rote Karte, obwohl er keine einzige Sekunde auf dem Platz gestanden war.

Spiel wird härter, Messi macht den Unterschied

Gegen Anfang der zweiten Halbzeit nahmen die Fouls dann weiter zu. Real-Verteidiger Sergio Ramos erhielt nach einem überharten Einsteigen gegen Messi die gelbe Karte, wodurch er im Rückspiel gesperrt sein wird, auch Barças Mascherano sah den gelben Karton vom deutschen Schiedsrichter Stark. Dieser verwies kurz darauf Pepe nach einem brutalen Foul gegen Danny Alves mit der roten Karte des Platzes, auch Mourinho wurde auf die Tribüne geschickt, da er heftig gegen die Entscheidung protestierte.

Das Spiel wurde dadurch nicht besser. Real verteidigte das Tor jetzt noch verbissener und stand noch weiter in der eigenen Hälfte. Die Elf von Trainer Pep Guardiola tat sich weiterhin schwer, vor allem weil das Spiel oft durch Fouls und anschließende Diskussionen unterbrochen war. Letztendlich war es dann doch Weltfußballer Lionel Messi, der am Ende seiner Mannschaft die zwei wichtigen Tore bescherte. Der Argentinier verwandelte in der 76.Minute eine Flanke des eingewechselten Affelay zum 1:0, wodurch Real für seine passive Haltung bestraft wurde. Das 2:0 war dann nur noch eine Frage der Zeit, denn außer planlosen Angriffen und rüden Fouls wie von Adebayor, der ebenfalls die gelbe Karte erhielt, wussten die Madrilenen nichts mehr entgegenzusetzen.

Verdienter Sieg, Real brauch ein Wunder

So war der Sieg, den Messi in der 87.Minute durch einen Treffer nach einem tollen Dribbling sicherte, letztendlich mehr als verdient. Real hat damit im Rückspiel die schwierige Aufgabe, gegen die starke Barça-Verteidigung mindestens 2 Tore zu erzielen und möglichst keines zu kassieren, wobei Pepe und Sergio Ramos gesperrt sein werden. Würden die "Königlichen" das erreichen, dann würde das beinahe an ein Wunder gleichen.

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