Vormittagstraining beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart – und der 16-er war live vor Ort. Die Mannschaft von Trainer Labbadia ist gut drauf. Auch der Spaß kam heute nicht zu kurz und den hunderten neugierigen Fans wurde so einiges geboten.
Stuttgart. Graue Wolken über der Mercedes-Benz-Arena, es nieselt und trotz des schlechten Wetters strömen die Fans scharenweise auf das Trainingsgelände des VfB Stuttgart. Sie wollen sich über den Zustand des Teams genau informieren – schließlich steckt man in der Bundesliga immer noch mittendrin im Abstiegskampf.
Boulahrouz geht mit viel Engagement voran
Einlaufen auf dem Grün, das Team ist nicht komplett – neben den Langzeitverletzten Gebhart und Audel fehlen auch Molinaro und Martin Harnik, den Rückenprobleme plagen. In zwei Gruppen, je angeführt von Christian Gentner und Khalid Boulahrouz, machen sich die Akteure warm, strecken die Arme in die Höhe. Dorthin, wo man sich auch sportlich mittelfristig wieder sieht. Trainer Bruno Labbadia überschaut die Szene, verschränkt die Arme hinterm Rücken – in kurzer Hose trotzt er dem nun stärker gewordenen Regen. Teambuilding ist fester Bestandteil des Aufwärmprogramms: Die Spieler klatschen sich aus dem Lauf mit beiden Händen ab. Niedermeier und Kuzmanovic, Gentner und Boulahrouz – sie alle sollen zusammenwachsen. Zusammen gegen den Abstieg.
Anschließend Kurzpassspiel auf kleinem Feld, Labbadia gibt Anweisungen. „Schön, laufen, bewegen!“, ruft er und klatscht in die Hände. Vor allem Khalid Boulahrouz beherzigt die Rufe des Trainers, agiert mit vollem Einsatz, sprintet, kämpft, fordert die Bälle. Und hat sein Team in den orangen Trikots mal Pause, macht er abseits des Geschehens Sit-Ups. Dann ist er wieder auf dem Feld, macht Meter, wetzt den Bällen nach, besticht mit guter Ballbehandlung. „Spiel, Cipi!“, brüllt er in Richtung Ciprian Marica und gestikuliert wild. Der Rechtsverteidiger hat sich unter Bruno Labbadia einen Stammplatz erspielt und zeigt vorbildlichen Trainingseinsatz.
Labbadia fordert das Team
Etwas fernab der neugierigen Blicke der Kiebitze hechtet VfB-Torhüter Sven Ulreich durch die Luft, pariert mit spektakulären Paraden die Bälle, die Torwarttrainer Trautner gegen vor dem Tor platzierte Hindernisse schießt. Von dort prallt die Kugel unberechenbar auf den Kasten. Ulreich kommt ganz schön ins Schwitzen. Mit den Feldspielern arbeitet unterdessen Bruno Labbadia ebenso eifrig. „Weiter, und weiter – umschalten jetzt, an die Linie“, fordert er die Mannschaft. Es ist laut auf dem Platz. Die Spieler rufen sich Spielanweisungen zu, der Trainer gibt Tipps: „Anbieten und immer bewegen – sich zeigen!“
Agressivität und hoher Einsatz
Beim Passspiel geht es hoch her, Lob gibt es für Tamas Hajnal, der sich als besonders geschickt erweist. Auch der zuletzt auf die Bank verdrängte Mathieu Delpierre mischt eifrig mit, haut dazwischen, wenn sich ein Gegenspieler auf ihn zubewegt. Der Spaß kommt dabei nicht zu kurz: Der freche Artur Boka zieht dem kurz verwirrten Pavel Pogrebnyak mit schelmischem Grinsen das Bein weg und auf dem Gesicht des Russen macht sich ein verschmitztes Grinsen breit. Und während Pogrebnyak noch grinst, muss der junge Sven Schipplock an anderer Stelle ein heftiges Tackling von Mamadou Bah einstecken, Tasci spielt den Ball frech mit der Hacke und der wendige Okazaki haut Verteidiger Delpierre um. „Nur zwei Ballkontakte“, lautet dann die Anweisung von Coach Labbadia. Seine Spieler nehmen ihn beim Wort: Pogrebnyak lässt urplötzlich den Ball für den überraschten Marica vor sich liegen. „Ballkontakt“, schreit der Angreifer – und Marica schnappt sich die Kugel. „Und weiter, komm“, ruft Labbadia. Es ist ein buntes Treiben in Stuttgart.
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